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Aufzug-Design: Kabine, Beleuchtung & Barrierefreiheit im Aufzugsinneren

Datum: 21. Juli 2026

Aufzug-Design und Kabinengestaltung, helle Kabine mit durchdachter Beleuchtung gegen Enge, geplant von Lift Reith

Ein Aufzug ist mehr Aufenthaltsraum, als die meisten Menschen wahrnehmen. Wer täglich mehrfach ein- und aussteigt, verbringt über die Jahre viele Stunden in einer wenige Quadratmeter großen Kabine. Genau deshalb entscheidet gutes Aufzug-Design nicht nur über die Optik, sondern über Sicherheit, Orientierung und das Wohlbefinden aller Nutzergruppen. Wie wirkt Licht in einem engen Raum? Wo gehört ein Spiegel hin, damit ein Rollstuhlfahrer sicher rückwärts aussteigen kann? Und wie lassen sich Taster so gestalten, dass auch sehbehinderte Menschen sie zuverlässig finden?

Lift Reith plant Kabinen und Aufzüge so, dass Gestaltung und Barrierefreiheit zusammenwirken statt sich zu widersprechen. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie durchdachtes Aufzug-Design und passende Aufzug-Ausstattung Enge, Unsicherheit und Orientierungsprobleme auflösen, und welche Normen dabei den Rahmen setzen.

Warum Kabinendesign auf die Psyche wirkt

Der Innenraum eines Aufzugs ist ein kleiner, geschlossener Raum, in dem sich fremde Menschen für kurze Zeit auf engem Raum begegnen. Für einen Teil der Nutzer ist das mit Unbehagen verbunden, bis hin zu ausgeprägter Beklemmung in sehr kleinen Kabinen. Gutes Aufzug-Design setzt genau hier an: Es kann den subjektiven Eindruck von Enge deutlich verringern, ohne dass sich die tatsächliche Grundfläche ändert.

Drei Wahrnehmungsfaktoren bestimmen, wie groß und angenehm eine Kabine wirkt: die Lichtmenge und Lichtfarbe, die Reflexion und Tiefenwirkung der Wände sowie die akustische Ruhe im Innenraum. Werden diese Faktoren aufeinander abgestimmt, entsteht auch in einer kompakten Kabine ein Gefühl von Weite und Kontrolle. Wird an ihnen gespart, wirkt selbst eine großzügige Kabine unangenehm.


Licht gegen das Gefühl der Enge

Licht ist der wirksamste Hebel im gesamten Aufzug-Design. Eine zu dunkle Kabine wirkt beklemmend, eine grell und kalt beleuchtete wirkt steril und unangenehm. Der richtige Mittelweg schafft Behaglichkeit und Orientierung zugleich.

Lichtfarbe und Helligkeit

Warmweißes bis neutralweißes Licht im Bereich von etwa 3000 bis 4000 Kelvin wird als angenehm und wohnlich empfunden. Wichtig ist eine gleichmäßige, blendfreie Ausleuchtung ohne harte Schatten. Punktuelle, grelle Deckenspots erzeugen Kontrastsprünge, die den Raum optisch zerteilen. Eine flächige oder indirekte Beleuchtung lässt die Kabine dagegen ruhiger und größer erscheinen.

LED als Standard

Moderne LED-Beleuchtung ist heute der Standard in der Aufzug-Ausstattung. Sie ist energieeffizient, langlebig und wartungsarm und lässt sich in Lichtfarbe und Anordnung flexibel gestalten. Indirekte LED-Bänder an Decken- oder Wandkanten erzeugen eine weiche Grundhelligkeit, die den Raum öffnet. In Kombination mit einer Standby-Schaltung, die das Licht bei ungenutzter Kabine dimmt, senkt LED zudem den Energieverbrauch spürbar.

Wichtig: Für barrierefreie Aufzüge schreibt die DIN EN 81-70 eine Mindesthelligkeit von 100 Lux an den Bedienelementen vor. Licht ist damit nicht nur eine Frage der Atmosphäre, sondern eine normative Anforderung an die sichere Bedienbarkeit. Lift Reith plant die Beleuchtung so, dass Wohlfühlwirkung und Normvorgabe zusammenpassen.


Spiegel: Sicherheit statt nur Optik

Ein Spiegel in der Kabine gilt vielen als reines Gestaltungselement, das den Raum optisch vergrößert. Diese Wirkung ist real: Ein Spiegel verdoppelt die wahrgenommene Raumtiefe und nimmt kleinen Kabinen einen Teil ihrer Enge. Im Aufzug-Design hat der Spiegel aber eine zweite, sicherheitsrelevante Funktion.

In Kabinen, die zu klein sind, als dass ein Rollstuhlfahrer darin wenden könnte, muss dieser rückwärts ausfahren. Ohne Sicht nach hinten ist das gefährlich. Deshalb schreibt die DIN EN 81-70 einen Spiegel an der Rückwand vor, sobald ein Rollstuhlnutzer im Fahrkorb nicht drehen kann. Bei Aufzügen mit gegenüberliegenden Türen, also mit Durchladung, wird der Spiegel stattdessen an einer Seitenwand angebracht. Der Spiegel ermöglicht es, den Bereich hinter dem Rollstuhl einzusehen und sicher zurückzusetzen.

Hinweis von Lift Reith: Aus Sicherheitsgründen sollte die Spiegelunterkante nach DIN EN 81-70 mindestens 300 Millimeter über dem Kabinenboden liegen, oder es ist bruchsicheres, dekoratives Glas zu verwenden. So wird verhindert, dass ein Spiegel bei Beschädigung zur Gefahr wird. Wir setzen in unseren Kabinen splittersichere Ausführungen ein.


Kontrastreiche Taster und Bedienelemente

Die Bedienelemente sind das am häufigsten berührte Detail der gesamten Aufzug-Ausstattung. Damit sie von allen Nutzern zuverlässig gefunden und bedient werden können, macht die DIN EN 81-70 klare Vorgaben, die zugleich die Grundlage eines guten Designs sind.

  • Kontrast: Der Leuchtdichtekontrast der Taster zu ihrer Umgebung muss zwischen 30 und 60 Prozent liegen. Nur so heben sich die Bedienelemente für sehbehinderte Menschen deutlich von der Tableauplatte ab.
  • Taktile Symbole: Zahlen und Symbole müssen fühlbar erhaben sein und zusätzlich mit Brailleschrift versehen werden. Das ermöglicht die Bedienung ohne Sicht.
  • Bedienhöhe: Die Taster sind in einer Höhe zwischen 850 und 1200 Millimeter über dem Boden anzuordnen, damit sie sowohl im Stehen als auch im Sitzen erreichbar sind.
  • Rückmeldung: Jeder Tastendruck muss optisch und akustisch bestätigt werden, etwa durch Aufleuchten und einen Signalton, damit die Befehlsannahme für alle wahrnehmbar ist.
  • Abstand zur Ecke: Bedienelemente im Fahrkorb halten einen seitlichen Mindestabstand von 400 Millimeter zur angrenzenden Wand ein, damit sie auch aus dem Rollstuhl gut erreichbar sind.

Diese Anforderungen lassen sich gestalterisch ansprechend umsetzen. Kontrast bedeutet nicht Verzicht auf Design, sondern eine bewusste Farbwahl zwischen Taster, Symbol und Tableau, die zugleich zum Gesamtkonzept der Kabine passt.


Akustik und Sprachansage

Die akustische Gestaltung wird im Aufzug-Design oft unterschätzt, obwohl sie stark auf das Empfinden wirkt. Laute Antriebsgeräusche, klappernde Türen oder ein halliger Innenraum erzeugen Unruhe und verstärken das Gefühl der Enge. Eine ruhige, gedämpfte Kabine wirkt dagegen wertiger und beruhigend.

Ruhiger Lauf

Ein leiser Antrieb und gut gewartete Türen sind die Basis. Moderne, frequenzgesteuerte Antriebe fahren spürbar ruhiger an und halten sanfter, was neben dem Komfort auch das Sicherheitsempfinden verbessert.

Sprachansage nach dem Zwei-Sinne-Prinzip

Die DIN EN 81-70 und die DIN 18040 verlangen für barrierefreie Aufzüge das sogenannte Zwei-Sinne-Prinzip: Informationen müssen über mindestens zwei der drei Sinne Sehen, Hören und Tasten wahrnehmbar sein. In der Praxis heißt das unter anderem eine akustische Ansage der Etage beim Halten, ergänzt durch eine optische Anzeige. So finden sich auch seh- oder hörbehinderte Personen sicher zurecht. Auch die Rückmeldung des Notrufsystems muss nach diesem Prinzip sowohl sichtbar als auch hörbar erfolgen.


Materialien, Farben und Oberflächen

Die Materialwahl bestimmt sowohl den optischen Eindruck als auch die Barrierefreiheit einer Kabine. Im Aufzug-Design gilt es, beide Ziele zusammenzuführen.

  • Matte statt glänzende Oberflächen: Stark spiegelnde Wände erzeugen Reflexionen und Blendungen, die vor allem sehbehinderte Menschen irritieren. Die DIN EN 81-70 empfiehlt daher matte Oberflächen. Wertigkeit entsteht über Struktur und Farbe, nicht über Hochglanz.
  • Kontrast bei Boden und Wänden: Ein erkennbarer Helligkeitsunterschied zwischen Boden, Wand und Bedienelementen unterstützt die Orientierung. Der Boden sollte rutschhemmend und nicht spiegelnd sein.
  • Handlauf: Ein Handlauf gibt Halt und Sicherheit, besonders älteren Menschen. Er darf den Zugang und die nutzbare Fläche jedoch nicht einschränken.
  • Gestaltungsfreiheit: Innerhalb dieser Vorgaben ist viel möglich, von dezent-elegant über wohnlich-warm bis repräsentativ. Wandpaneele, Bodenbeläge, Beleuchtungskonzepte und Tableaudesign lassen sich kombinieren.

Für Homelifte im privaten Wohnbereich sind die gestalterischen Möglichkeiten besonders groß, weil dort die strengen Vorgaben für öffentliche Gebäude nicht in allen Punkten greifen. Trotzdem lohnt es sich, die Prinzipien der Barrierefreiheit auch privat mitzudenken, da sich die persönliche Situation im Lauf der Jahre ändern kann.


Der normative Rahmen: DIN EN 81-70 und DIN 18040

Wer einen barrierefreien Aufzug plant, bewegt sich innerhalb zweier zentraler Regelwerke, die das Aufzug-Design maßgeblich bestimmen.

Norm Regelungsbereich Beispielvorgaben
DIN EN 81-70 Zugänglichkeit von Aufzügen für alle Personen Fahrkorbtypen, Taster, Kontrast, Spiegel, Sprachansage, Beleuchtung
DIN 18040 Barrierefreies Bauen, öffentliche Gebäude und Wohnungen Bewegungsflächen, Zwei-Sinne-Prinzip, Fahrkorbmindestmaße

Die DIN 18040 verweist für die Kabinenausstattung ausdrücklich auf die DIN EN 81-70. Für öffentliche Gebäude fordert die DIN 18040-1 einen Fahrkorb, der mindestens dem Typ 2 nach DIN EN 81-70 entspricht, das bedeutet eine Kabinenbreite von 1,10 Meter und eine Tiefe von 1,40 Meter für einen Rollstuhlnutzer mit Begleitperson. Vor der Aufzugstür ist eine Bewegungsfläche von mindestens 1,50 mal 1,50 Meter vorzusehen.

Praxistipp: Welche Norm im Einzelfall verbindlich ist, hängt von Gebäudetyp und Nutzung ab. Im öffentlichen und gewerblichen Bereich sind die Vorgaben strenger als im privaten Wohnhaus. Lift Reith klärt die maßgeblichen Anforderungen im Rahmen der Planung und stimmt Design und Barrierefreiheit verbindlich aufeinander ab.


Aufzug-Design mit Lift Reith

Lift Reith plant Aufzug-Design und Aufzug-Ausstattung als Einheit aus Gestaltung, Komfort und Barrierefreiheit. Drei Grundsätze prägen unsere Arbeit.

Barrierefreiheit von Anfang an: Wir denken die Anforderungen der DIN EN 81-70 und DIN 18040 nicht als nachträgliche Pflicht mit, sondern als integralen Bestandteil des Entwurfs. Kontrast, Spiegelposition, Bedienhöhe und Beleuchtung werden gemeinsam geplant, sodass ein stimmiges Ergebnis entsteht.

Herstellerunabhängig: Bei Kabinengestaltung, Tableaus, Beleuchtung und Materialien wählen wir aus dem gesamten Marktangebot. Das gibt Ihnen mehr gestalterische Freiheit, als es ein einzelner Hersteller bieten kann. Ob klassischer Personenaufzug, Homelift oder Plattformlift, das Designkonzept passen wir an Anlagentyp und Nutzung an.

Beratung und Service aus einer Hand: Von der ersten Gestaltungsidee über die normgerechte Planung bis zur Wartung begleiten wir Ihr Projekt durchgehend. Auch bei einer Modernisierung bestehender Anlagen lässt sich das Kabinendesign gezielt aufwerten und an heutige Standards anpassen.


Fazit

Gutes Aufzug-Design ist weit mehr als eine Frage des Geschmacks. Licht, Spiegel, Taster, Akustik und Materialien wirken zusammen auf Sicherheit, Orientierung und Wohlbefinden, und sie sind bei barrierefreien Anlagen durch die DIN EN 81-70 und DIN 18040 klar geregelt. Wer Gestaltung und Barrierefreiheit von Anfang an gemeinsam plant, erhält eine Kabine, die für alle Nutzergruppen komfortabel, sicher und einladend ist.

Lift Reith steht Ihnen dabei als verlässlicher Partner zur Seite, herstellerunabhängig in der Beratung, individuell in der Gestaltung und normgerecht in der Umsetzung.

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Häufige Fragen zum Aufzug-Design, kurz beantwortet

Welche Trends gibt es aktuell beim Design von Aufzugskabinen?

Im Trend liegen warme, wohnliche Materialien statt kühler Edelstahloptik, indirekte LED-Beleuchtung mit weichem Licht, große Spiegel- und Glasflächen für mehr Raumwirkung sowie reduzierte, klar strukturierte Tableaus. Zunehmend wird Design bereits von Beginn an mit Barrierefreiheit und Energieeffizienz zusammen gedacht, statt beides getrennt zu behandeln.

 

Wie kann das Design einer Aufzugskabine das Wohlbefinden der Nutzer verbessern?

Durch das Zusammenspiel von Licht, Reflexion und Akustik. Warmweißes, blendfreies Licht, matte Oberflächen ohne störende Spiegelungen, ein ruhiger Lauf und eine spürbare Raumtiefe durch Spiegel oder Glas verringern das Gefühl der Enge und geben ein Gefühl von Sicherheit und Kontrolle. Gerade Menschen mit Beklemmung in engen Räumen profitieren davon.

 

Welche Lösungen gibt es für eine angenehmere Atmosphäre in kleinen Aufzugskabinen?

Ein Spiegel an der Rückwand verdoppelt optisch die Raumtiefe. Indirekte, flächige Beleuchtung in warmweißer Lichtfarbe lässt die Kabine größer wirken. Helle Wandflächen, ein durchdachter Materialkontrast und der Verzicht auf grelle Punktspots öffnen den Raum zusätzlich. Auch Glaselemente oder eine gläserne Rückwand, wo baulich möglich, schaffen Weite. Eine leise, ruckfreie Fahrt rundet den Eindruck ab.

 

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