Behindertengerechte Wohnung planen: So geht’s richtig
Datum: 17. April 2026
Eine behindertengerechte Wohnung ist kein Luxus und kein rein medizinisches Thema. Sie ist die Grundlage dafür, dass Menschen mit eingeschränkter Mobilität ihr Leben selbstbestimmt führen können, im eigenen Zuhause, ohne täglich auf fremde Hilfe angewiesen zu sein. Was genau eine behindertengerechte Wohnung ausmacht, welche Normen dabei gelten und an welchen Stellen ein Plattformlift oder Rollstuhllift den entscheidenden Unterschied macht, zeigt Lift Reith in diesem Beitrag.
Dabei geht es nicht um abstrakte Checklisten, sondern um konkrete Maße, realistische Umbauoptionen und geprüfte Liftlösungen, die sich in der Praxis bewährt haben.
Was bedeutet „behindertengerecht“ konkret?
Der Begriff „behindertengerecht“ wird oft vereinfacht auf breite Türen und Haltegriffe reduziert. Das greift zu kurz. Eine behindertengerechte Wohnung umfasst alle Bereiche des Wohnens, also Eingang, Flure, Küche, Bad, Schlafzimmer und natürlich den Zugang zwischen verschiedenen Etagen. Ziel ist es, dass Personen mit körperlichen Einschränkungen, ob mit Rollstuhl, Rollator oder Gehhilfen, alle Wohnbereiche selbstständig und sicher erreichen können.
Dabei sind zwei Begriffe zu unterscheiden:
- Barrierefrei: Die Wohnung ist so gestaltet, dass sie von Menschen mit unterschiedlichen Einschränkungen ohne fremde Hilfe und ohne besondere Erschwernis genutzt werden kann. Das ist der höhere Standard und entspricht der DIN 18040-2.
- Rollstuhlgerecht: Noch weitergehend, da zusätzliche Bewegungsflächen und speziell angepasste Maße für Rollstuhlfahrer vorgesehen sind. Die DIN 18040-2 definiert diesen Standard mit dem Kürzel „R“.
In der Praxis liegt eine vollständig behindertengerechte Wohnung im Bestand nur selten vor. Häufiger geht es um gezielte Nachrüstung einzelner Punkte, bei der der Zugang zwischen Etagen oder der Zugang zum Gebäudeeingang an oberster Stelle steht.
Normen und Maße: Was DIN 18040 für die behindertengerechte Wohnung vorschreibt
Die DIN 18040-2 ist die maßgebliche Norm für barrierefreies Bauen im Wohnungsbau. Sie definiert, was eine behindertengerechte Wohnung baulich leisten muss. Die wichtigsten Anforderungen im Überblick:
Türen und Durchgänge
Türen in einer behindertengerechten Wohnung müssen eine lichte Durchgangsbreite von mindestens 80 cm aufweisen. Für rollstuhlgerechte Wohnungen (Anforderungsstufe R) sind 90 cm vorgeschrieben. Schwellen sind zu vermeiden oder auf maximal 2 cm zu begrenzen.
Bewegungsflächen
Vor Türen, in Sanitärräumen und an Küchenzeilen sind Bewegungsflächen von mindestens 120 x 120 cm erforderlich. Rollstuhlgerechte Varianten fordern an manchen Stellen 150 x 150 cm, damit ein 180-Grad-Wendemanöver mit dem Rollstuhl möglich ist.
Flure
Mindestbreite 120 cm, bei rollstuhlgerechter Ausführung 150 cm. Enge Flure sind einer der häufigsten Knackpunkte bei der Nachrüstung älterer Gebäude.
Sanitärräume
Das Bad einer behindertengerechten Wohnung benötigt ebenerdigen oder schwellenfreien Duschwanneneinbau, Haltestangen und ausreichend Bewegungsfläche seitlich der Toilette (mindestens 90 cm auf einer Seite, rollstuhlgerecht beidseitig je 95 cm).
Eingangsbereiche und Zugänge
Stufenfreier Zugang zum Gebäude ist Grundvoraussetzung. Wo Treppen unvermeidbar sind, müssen technische Hilfsmittel wie Rampen, Plattformlifte oder Senkrechtlifte diesen Ausgleich schaffen.
Wichtig: Die DIN 18040-2 gilt als Planungsgrundlage im Neubau und bei größeren Umbauten. Bei der Nachrüstung bestehender Wohnungen ist sie als Orientierung zu verstehen, nicht immer vollständig umsetzbar. Lift Reith berät Sie, welche Maßnahmen in Ihrer konkreten Wohnungssituation sinnvoll und realisierbar sind.
Checkliste: Behindertengerechte Wohnung von Eingang bis Zimmer
Die folgende Übersicht hilft dabei, den Handlungsbedarf im eigenen Zuhause strukturiert zu erfassen. Je mehr Punkte mit „Nein“ beantwortet werden, desto größer ist der Umbaubedarf für eine behindertengerechte Wohnung.
| Bereich | Anforderung | Erfüllt? |
|---|---|---|
| Gebäudezugang | Stufenloser oder technisch erschlossener Eingang | Ja / Nein |
| Eingangstür | Lichte Breite mind. 80 cm, keine Schwelle | Ja / Nein |
| Flur / Korridor | Durchgangsbreite mind. 120 cm | Ja / Nein |
| Treppe / Etagen | Lift oder Plattformlift vorhanden oder nachrüstbar | Ja / Nein |
| Innentüren | Lichte Breite mind. 80 cm, keine Schwellen | Ja / Nein |
| Bad / Dusche | Ebenerdige Dusche, Haltegriffe, Bewegungsfläche | Ja / Nein |
| WC | Seitliche Bewegungsfläche mind. 90 cm, Haltegriffe | Ja / Nein |
| Küche | Unterfahrbare Arbeitsflächen, Bewegungsfläche 120 cm | Ja / Nein |
| Balkon / Terrasse | Schwellenloser Übergang, Breite mind. 90 cm | Ja / Nein |
Diese Checkliste ersetzt keine individuelle Fachberatung. Lift Reith nimmt auf Wunsch gemeinsam mit Ihnen eine Bestandsaufnahme vor und empfiehlt gezielte Maßnahmen.
Wenn die Treppe alles blockiert
Von allen Barrieren in einer Wohnung ist die Treppe die folgenreichste. Sie teilt das Haus in erreichbare und unerreichbare Bereiche. Wer die Treppe nicht mehr sicher oder gar nicht mehr nutzen kann, verliert faktisch die Hälfte seines Wohnraums, oder ist dauerhaft auf fremde Hilfe angewiesen.
Für viele Menschen ist die Treppe der Auslöser, sich überhaupt mit dem Thema behindertengerechte Wohnung auseinanderzusetzen. Und häufig ist die Treppe auch das Problem, das sich am schnellsten und mit dem geringsten baulichen Eingriff lösen lässt, nämlich durch einen Plattformlift oder Rollstuhllift.
Dabei ist entscheidend zu verstehen: Ein Treppenlift mit Sitz ist für gehfähige Personen gedacht, die sich setzen und wieder aufstehen können. Wer auf einen Rollstuhl angewiesen ist, braucht eine Lösung, die den Rollstuhl mit der Person transportiert. Hier kommt der Plattformlift ins Spiel.
Plattformlift als Lösung für die behindertengerechte Wohnung
Ein Plattformlift in der behindertengerechten Wohnung überwindet Treppen und Höhenunterschiede, ohne dass die Treppe baulich verändert werden muss. Das Schienensystem wird an der Treppenwand oder auf den Treppenstufen befestigt, die Plattform gleitet entlang dieser Schiene und transportiert die Person im Rollstuhl sicher von Etage zu Etage.
Vorteile des Plattformlifts für die behindertengerechte Wohnung
- Selbstständige Nutzung: Die Person im Rollstuhl fährt eigenständig auf, sichert sich und bedient den Lift per Knopfdruck. Keine fremde Hilfe notwendig.
- Treppe bleibt erhalten: Im eingeklappten Zustand liegt die Plattform an der Wand. Die Treppe bleibt für andere Hausbewohner vollständig nutzbar.
- Nachrüstbar ohne Schacht: Plattformlifte kommen ohne aufwändige Schachtkonstruktion aus. Sie sind ideal für die Nachrüstung bestehender Gebäude.
- Akkubetrieb: Bei Stromausfall fährt der Lift weiter. Die Akkus werden automatisch im Standby geladen.
- Innen und außen: Plattformlifte eignen sich sowohl für Innentreppen als auch für Außentreppen, etwa am Hauseingang oder an Gartentreppen.
Welche Plattformlift-Modelle bietet Lift Reith an?
Im Portfolio von Lift Reith stehen für die behindertengerechte Wohnung folgende Modelle zur Verfügung:
| Modell | Einsatzbereich | Besonderheit |
|---|---|---|
| Plattformlift GTL 20 | Gerade Innentreppe | Kompakt, schnell montiert |
| Plattformlift GTL 30 | Kurvige / gewendelte Treppe | Individuelles Schienensystem |
| Plattformlift UnaPorte | Innen und außen | Gläserne Kabine, designorientiert |
| Hubbühne Easy Lift | Kurze Höhenunterschiede, Eingang | Bodenbündig versenkbar |
| Spezial-Hubbühne Hydrostar | Öffentliche Gebäude, Sakralbauten | Geräuscharm, denkmalgerecht |
Alle Modelle sind TÜV-geprüft und erfüllen die einschlägigen Normen für Barrierefreiheit. Lift Reith berät Sie bei der Auswahl des passenden Modells und erstellt nach einem kostenlosen Vor-Ort-Termin ein verbindliches Angebot.
Gut zu wissen: Für eine wirklich behindertengerechte Wohnung gilt: Der Plattformlift löst das Treppenproblem, aber der Gesamtplan muss stimmen. Lift Reith schaut sich bei einem Vor-Ort-Besuch nicht nur die Treppe an, sondern das gesamte Zugangsszenario vom Hauseingang bis zur gewünschten Zieletage.
Nachrüstung im Bestand: Was ist in einer behindertengerechten Wohnung möglich?
Viele Hauseigentümer gehen davon aus, dass eine umfassende Nachrüstung für eine behindertengerechte Wohnung zwingend einen teuren Komplettumbau erfordert. Das stimmt nicht. In den meisten Fällen lässt sich die Wohnsituation mit gezielten Maßnahmen erheblich verbessern, ohne das Gebäude grundlegend umstrukturieren zu müssen.
Prioritäten bei der Nachrüstung
Wenn die finanziellen Mittel oder die baulichen Möglichkeiten begrenzt sind, empfiehlt Lift Reith folgende Reihenfolge:
- Zugänglichkeit sichern: Zuerst den Eingang zum Gebäude und den Zugang zwischen den Etagen barrierefrei erschließen. Hier schafft ein Plattformlift oder eine Hubbühne schnell Abhilfe.
- Sanitärbereich anpassen: Ebenerdige Dusche, Haltegriffe und ausreichend Bewegungsfläche im Bad sind oft mit überschaubarem Aufwand realisierbar.
- Türbreiten prüfen: Türen lassen sich in vielen Fällen durch Türbandsysteme oder den Einbau breiterer Zargen auf 80 bis 90 cm aufweiten, ohne die gesamte Wand zu öffnen.
- Bodenbelag und Schwellen: Türschwellen entfernen oder durch Übergangsrampen ausgleichen ist günstig und wirkungsvoll.
- Küche und Wohnraum: Unterfahrbare Arbeitsflächen, erreichbare Steckdosen und ausreichend Bewegungsfläche sind oft mit verhältnismäßig kleinem Aufwand nachrüstbar.
Was bleibt im Bestand schwierig
Enge Flure unter 120 cm sind in Altbauten häufig kaum zu verbreitern, ohne tragende Wände anzutasten. Hier kann eine clevere Möblierung und das Entfernen unnötiger Einbauten helfen. In sehr engen Treppenhäusern sind kompakte Plattformliftmodelle wie der GTL 20 eine Alternative, da sie auch bei schmaleren Treppen eingebaut werden können.
Förderung für die behindertengerechte Wohnung: Was bezahlt wer?
Die gute Nachricht für alle, die ihre Wohnung behindertengerecht umbauen möchten: Es gibt mehrere Förderwege, die sich teils kombinieren lassen.
Pflegekasse: bis zu 4.000 Euro
Liegt ein Pflegegrad 1 bis 5 vor, übernimmt die Pflegekasse Umbaukosten für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen bis zu 4.000 Euro pro pflegebedürftiger Person. Darunter fallen unter anderem der Einbau eines Plattformlifts, die Beseitigung von Türschwellen und die Anpassung des Badezimmers. Der Antrag muss vor Baubeginn gestellt werden.
KfW-Programm 455-B: bis zu 2.500 Euro Zuschuss
Über das KfW-Programm 455-B können einzelne Maßnahmen zur Barrierereduzierung mit bis zu 2.500 Euro bezuschusst werden. Über das KfW-Programm 159 sind darüber hinaus zinsgünstige Kredite von bis zu 50.000 Euro für altersgerechte Umbaumaßnahmen möglich. In vielen Fällen lässt sich dieser Weg mit dem Pflegekassenzuschuss kombinieren.
Berufsgenossenschaft und Unfallversicherung
Bei unfallbedingter Behinderung übernehmen Berufsgenossenschaft oder gesetzliche Unfallversicherung häufig die Kosten für den behindertengerechten Umbau der Wohnung vollständig oder anteilig. Sprechen Sie den zuständigen Kostenträger frühzeitig an.
Integrations- und Eingliederungshilfe
Für Menschen mit anerkannter Behinderung, die Eingliederungshilfe nach SGB IX beziehen, können Umbaukosten für die behindertengerechte Wohnung als Teilhabeleistung anerkannt und übernommen werden. Die zuständige Behörde, in der Regel das Sozialamt oder der Träger der Eingliederungshilfe, ist frühzeitig einzubinden.
Steuerliche Absetzbarkeit
Wer keine der oben genannten Förderungen erhält, kann die Lohnkosten für handwerkliche Umbaumaßnahmen als haushaltsnahe Handwerkerleistung steuerlich absetzen. Der Steuerberater gibt hierzu verbindliche Auskunft.
Tipp von Lift Reith: Förderanträge müssen in aller Regel vor Beginn der Umbaumaßnahme gestellt werden. Wer erst nachträglich einen Antrag stellt, erhält in den meisten Fällen keine Förderung. Lift Reith unterstützt Sie auf Wunsch bei der Zusammenstellung der Unterlagen.
Lift Reith: Ihr Partner für die behindertengerechte Wohnung
Lift Reith ist ein auf Hebetechnik und barrierefreie Mobilität spezialisiertes Unternehmen mit Sitz in Hilders, Hessen. Das Lieferprogramm umfasst Plattformlifte, Rollstuhllifte, Hubbühnen, Homelifte und klassische Aufzugsanlagen für nahezu jede Situation, die bei der Schaffung einer behindertengerechten Wohnung relevant werden kann.
Unsere Beratung beginnt nicht mit dem Produktkatalog, sondern mit Ihrer konkreten Wohnsituation. Gemeinsam klären wir, welche Maßnahmen notwendig sind, welche baulich möglich sind und was sich wirtschaftlich sinnvoll umsetzen lässt.
Fazit: Behindertengerechte Wohnung ist planbar
Eine behindertengerechte Wohnung entsteht selten durch einen einmaligen Großumbau. Meistens ist es ein schrittweiser Prozess, der mit den dringlichsten Barrieren beginnt, in vielen Fällen der Treppe, und sich dann auf weitere Bereiche ausdehnt. Lift Reith begleitet diesen Prozess von der ersten Einschätzung bis zur abgenommenen Anlage und darüber hinaus mit Wartung und Service.
Wer frühzeitig plant, kann Förderungen optimal nutzen, bauliche Eingriffe minimieren und sein Zuhause so gestalten, dass es langfristig nutzbar bleibt.
Behindertengerechte Wohnung planen – kostenlos und unverbindlich beraten lassen
Lift Reith GmbH & Co. KG
Thüringer Str. 28 | 36115 Hilders
Telefon: 06681 / 96740-0
E-Mail: info@lift-reith.de
Häufige Fragen, kurz beantwortet
Was kostet eine behindertengerechte Wohnung durch Nachrüstung?
Das hängt stark vom Ausgangszustand und den gewünschten Maßnahmen ab. Ein Plattformlift für eine gerade Innentreppe beginnt bei rund 8.000 Euro. Sanitärumbauten liegen je nach Umfang zwischen 3.000 und 15.000 Euro. Türverbreiterungen kosten pro Tür in der Regel 500 bis 2.000 Euro. Mit Förderung lassen sich diese Kosten teils erheblich reduzieren.
Muss ich für einen Plattformlift in meiner behindertengerechten Wohnung eine Baugenehmigung beantragen?
Für einen Plattformlift im Innenbereich eines Einfamilienhauses ist in der Regel keine Baugenehmigung erforderlich. Bei Außenanlagen und in Mehrfamilienhäusern empfiehlt sich eine frühzeitige Abstimmung mit dem Bauamt. Lift Reith berät Sie dazu konkret.
Einige unserer Produkthighlights
Spezial-Hubbühne Hydrostar
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